Kulturhackathon Coding da Vinci

Kulturhackathon Coding da Vinci

Als wir im Jahr 2017 mit dem Open-Data-Portal online gingen, hatten wir uns zunächst auf die typischen Statistiken und Geo-Daten einer Stadtverwaltung konzentriert. Wir wollten aber auch zeigen, welche Aufgabenvielfalt eine Stadtverwaltung abdeckt. Daher haben wir unter sehr früh Kontakt mit anderen Ämtern, darunter auch dem Kulturamt der Stadt Düsseldorf, aufgenommen. „Da muss es doch spannende Datenschätze geben“, vermuteten wir. Und wir wurden nicht enttäuscht.

Das Kulturamt veröffentlicht Daten über Sammlungsobjekte über das Digitale Kunst- und Kulturarchiv Düsseldorf (d:kult). Ziel von d:kult ist es, die Düsseldorfer Sammlungen zu dokumentieren, zu verwalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. d:kult online wächst ständig weiter. Im Austausch ging es auch um Anwendungs- und Nutzungsmöglichkeiten von Kulturdaten und schnell hatten wir ein gemeinsames Thema: Der Kulturhackathon Coding da Vinci ist sowohl in der Kulturverwaltung als auch bei Open Data bekannt und wird mit hohem Interesse verfolgt.

Coding da Vinci fand erstmals 2014 in Berlin statt. Er vernetzt die Kultur- und Technikwelt miteinander und zeigt, dass in offenen Kulturdaten überraschend viele Möglichkeiten stecken. Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Hackathon, an dem nur an einem Wochenende „gehackt“ wird, sondern nach einer Auftaktveranstaltung gibt es eine sechs- bis achtwöchige Sprintphase, in denen die Teams an Ihren Prototypen von Apps, Webseiten, Datenvisualisierungen oder interaktiven Installationen arbeiten können.

Seit 2016 geht Coding da Vinci auf Reisen und in die Regionen. Er fand u. a. in Bayern, im Rhein-Main-Gebiet, in Hamburg und in Leipzig statt. Beim Hackathon in Bayern entstand z. B. die Schmankerl Time Machine, die auf Grundlage alter Speisenkarten zu einem lukullischen Streifzug durch die traditionsreiche Münchner Wirtshausgeschichte der vergangenen 150 Jahre einlädt. Die Speisenkarten wurden von der Monacensia im Hildebrandhaus, dem Stadtarchiv München und der Münchner Stadtbibliothek digitalisiert zur Verfügung gestellt. Ein weiteres Ergebnis dieses Events ist die interaktive Installation 162 Ways To Die die dem Publikum im Stadtmuseum Landsberg die Abbildungen der sogenannten Jesuitentafeln näherbringt. Und wer schon immer ein berühmtes Gemälde als Smartphone-Cover haben wollte, kann sich mit der COVER.BOUTIQUE selbst eins gestalten. Mit der Region Westfalen-Ruhrgebiet kam der Hackathon im Herbst 2019 erstmals nach Nordrhein-Westfalen.

Im Mai 2020 war die Großregion Saar-Lor-Lux Austragungsort von Coding da Vinci. Erstmals fand die Veranstaltung aufgrund der Corona-bedingten Einschränkung komplett online und digital statt. Aus den Angeboten unterschiedlicher Kulturinstitute aus dem Saarland, der französischen Region Lothringen und aus Luxemburg haben die ad-hoc gebildeten Teams bislang 12 tolle Ideen skizziert, die jetzt in der sieben-wöchigen Sprintphase weiterentwickelt werden. Die Ergebnisse werden am 4. Juli 2020 in einer Abschlussveranstaltung vorgestellt und prämiert.

Die Bewerbungsfrist für Coding da Vinci im Herbst 2021 läuft und wir wollen gemeinsam mit unseren Mitstreitern aus der Kulturverwaltung, dem Goethe-Museum, dem NRW-Forum und anderen die Veranstaltung ins Rheinland bringen. Zwei Aspekte sind dabei besonders wichtig: Die überregionale Ausrichtung und eine Vielfalt an datengebenden Kulturinstitutionen. Das alles kann das Rheinland bieten. Mit dem Museumsdienst Köln und dem Kreis Viersen haben wir schon begeisterte Partner gefunden, weitere werden noch gesucht. Und wir halten Ausschau nach weiteren potenziellen Datengebern. Nicht nur Museen, auch Archive und Bibliotheken möchten wir ansprechen. Begleitung und Unterstützung bieten auch die OK-Labs der Region mit ihrer Datenexpertise.

Wir freuen uns über Anregungen und Ideen zu Datenschätzen und Partnern für das Veranstaltungsteam. Über opendata@duesseldorf.de sind wir erreichbar. Was Digitalisierung in der Kulturlandschaft schaffen kann, zeigen die vielen Online-Angeboten der Museen, die insbesondere in den letzten Wochen entstanden sind. Darauf wollen wir aufbauen und den Aspekt der offenen Daten hinzufügen.

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